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Überlegung ICSI ja - nein

Relativ am Anfang hatte ich mal geschrieben, dass wir keine ICSI machen wollen/werden. Mittlerweile sehe ich das ein bisschen anders bzw. wir überlegen sehr wohl, ob eine ICSI in Frage kommt. Es ist leicht gesagt, wenn man ganz am Anfang vom Weg steht und noch so viele Möglichkeiten hat, eine ICSI auszuschließen. Wenn man dann aber gesagt bekommt, dass diese Behandlung die einzige verbleibende Möglichkeit ist, dann denkt man da ein bisschen anders drüber. 

 

Nachdem wir ja unsere Ergebnisse bekommen haben, sind wir jetzt am überlegen.

 

- Risiken und Nebenwirkungen

Diese sind teilweise unbekannt (z.B. Krebsrisiko?) bzw. bei jeder Frau anders (z.B. verträgt man die Medikamente?).  

 

- Behandlungskosten

Die Krankenkassen übernehmen 50% der Standardbehandlung.

D.h. ca. 3.200 EUR kostet eine Standardbehandlung, davon zahlt die Krankenkasse also 1.600 EUR. Unser Eigenanteil liegt also ebenfalls bei 1.600 EUR. Zusätzlich kommen Kosten dazu für Einfrieren von befruchteten Eizellen, Embryonen, Lagerkosten, Schlüpfhilfe usw. Das sind nochmal ungefähr 1.200 EUR.

 

- emotionale Stabilität

Bin ich genug gefestigt, um die körperlich und emotional anstrengende Behandlung durchzustehen? Die Hochs und Tiefs? 

 

- wann ist der beste Zeitpunkt

im Frühjahr, wenn die Erkältungszeit größtenteils vorbei ist? Corona gebannt?

 

Wenn ihr Erfahrungen mit künstlichen Befruchtungen habt, lasst uns doch daran teilhaben. Vielleicht fällt uns die Entscheidung dann leichter...

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Kommentare: 3
  • #1

    Schmetterling (Donnerstag, 22 Oktober 2020 13:53)

    Liebe Stephanie, ich hatte Dich immer bewundert und war erstaunt, dass du so früh im Prozess eine ICSI ausgeschlossen hast.. wir ticken da etwas anders und für uns war nach der ersten Diagnose klar, dass wir alles medizinisch mögliche und für uns ethisch vertretbare probieren möchten. Ich bin ein sehr realistischer, wissenschaftsgläubiger Mensch und vertraue der Schulmedizin. So haben wir nach dem Vedauen der Nachricht, dass mein Mann keine genetisch eigenen Kinder haben kann mit Spenderinseminationen begonnen. Viele Versuche später sind wir auf ivf/icsi umgestiegen und ich wurde direkt schwanger. Allerdings haben wir das Kind in der 18. ssw verloren. Emotional war dies das belastendenste was ich bisher erlebt habe. Aufhören stand jedoch noch nicht wirklich zur Diskussion, da wir noch zwei eingefrorene Embryonen hatten. Aller Statistik zum trotz wurde ich sofort wieder schwanger und wir durften vor knapp einem Jahr unseren gesunden Jungen in die Arme schliessen.. so lässt es sich natürlich einfach sagen, dass ich das alles wieder machen würde.. körperlich hatte ich alles gut vertragen, aber emotional ist es wahnsinnig anstrengend, aber das ist die Kinderwunschzeit und insbesondere der Abschied vom Kinderwunsch sowieso.. mein Respekt vor allen die in diesem Prozess sind!

  • #2

    MiH (Freitag, 23 Oktober 2020 08:42)

    Für uns war auch von Anfang an nur ICSI möglich und ich gebe zu, ich habe mir wenig Gedanken um Risiken und Nebenwirkungen gemacht. Wenn das unser Weg ist und uns eine Chance gibt, dann machen wir das. Ich habe die Medikamente auch immer gut vertragen. Ich kann Schmetterling absolut zustimmen, das Emotionale war/ist zumindest auch bei mir der wesentlich schwierigere Teil. Besonders seitdem auch wir ein Sternenkind haben .

    Wenn du Angst vor den Folgen der Medikamente hast, man kann auch eine ICSI ohne Stimulation (oder mit sehr niedriger) machen. (Ich befürchte aber, dass es schwer werden könnte, die Ärzte davon zu überzeugen, gerade am Anfang. Viele wollen doch stimulieren und meist bringt das ja auch mehrere EZ und damit mehr Chancen.) Das ist mittlerweile unser Weg, da nie viele Eizellen wachsen. So gibt es dann nur die eine natürliche und bei mir ist dann die Qualität auch besser. (Wir hatten übrigens nicht etwas zum Einfrieren. Also klar, man sollte diese Kosten nicht außer Acht lassen, aber nicht jeder hat sie.)

    Es gab zumindest mal Krankenkassen, die für 3 Versuche 100% übernommen haben. Welche das im Moment sind, weiß ich nicht. Aber es lohnt sich, zu recherchieren und ggf. dann zu wechseln. Und in einigen Bundesländern gibt es auch einen Anteil vom Land dazu.

    Ich hätte mir nie vorstellen, es nicht zu probieren. Auch wenn es sehr anstrengend ist und noch lange keine Garantie auf ein Kind.

    Alles Gute für die Entscheidungsfindung.

  • #3

    JS (Dienstag, 27 Oktober 2020 23:41)

    Liebe Stephanie,

    ich möchte dir von meiner Erfahrung erzählen:

    Wir haben 3 Inseminationen als Selbstzahler hinter uns gebracht,die alle negativ verliefen.
    Als es dann hieß,nur eine ICSI könne uns helfen,haben wir sofort (ohne uns einen Kopf um "Risiken und Nebenwirkungen" zu machen) für uns entschieden,das in jedem Fall zu versuchen.

    Dann haben wir erst noch geheiratet,damit die Kasse die 3 Versuche zahlt ( bei unserer waren es 100 %) und es ging los.
    Die Medikamente habe ich gut vertragen,aber die psychische Belastung war enorm. Ich konnte in dieser ganzen Zeit (während der gesamten Behandlungszeit von 2 Jahren) auch mit kaum jemanden über dieses Thema reden,da es mir unangenehm war. Das war unglaublich belastend und ich fühlte mich sehr einsam und isoliert.

    Die erste ICSI hat dann sofort geklappt und die beiden eingesetzten Eizellen sind heute ein 3-jähriges,kerngesundes Zwillingspaar <3

    Ich habe mir selbst nie den Gedanken erlaubt,dass die ganze Sache auch anders ausgehen könnte... Sehr naiv,das weiß ich heute. Ich war immer sicher,dass es klappt. Wir hatten auch keinen Plan B.
    Und rückblickend würde ich es trotz der psychischen Extrembelastung wieder so machen! Allerdings haben wir einfach riesiges (doppeltes) Glück gehabt,daher kann ich das natürlich sagen.

    Und heute kann ich auch sehr offen darüber sprechen,dass wir unsere Kinder nur dank künstlicher Befruchtung haben. Erstaunlich,wie viele Andere ebenfalls diesen Weg gehen mussten (viele mit Erfolg,einige aber eben leider auch nicht).

    Ich wünsche euch das Beste,egal, wofür ihr euch entscheidet!